Episode #6 – Chaos

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Inhalt

    1. Vermischtes
    2. Spinnen
    3. Stricken
      • Im November
      • Im Dezember
      • Pläne für das 1. Quartal 2017
    4. Aus dem Spektrum
    5. Faserverzückter Jahresrückblick
    6. Schlussworte

1. Vermischtes

Ich bin wieder da. Danke für eure Rückmeldungen, auch wenn ich euch so lange warten ließ. Der Dezember war ziemlich stressig, darum hat’s nicht mehr geklappt aufzunehmen. Auch im Allgemeinen kann ich keinen regelmäßigen Aufnahmerhythmus versprechen. Alle 1-2 Monate scheint realistisch, aber genauer krieg ich’s nicht hin.

2. Spinnen

Viel hab ich die letzten 2 Monate nicht gesponnen, nur ein bisschen an meinen 2 angefangen Spindelprojekten gearbeitet.

Ein weißes Schaf in einer hügeligen Berglandschaft auf einer grünen Wiese. Es hat ein schwarz-weißes Gesicht und 2 gebogene Hörner.

Außerdem verschiedene Fasern bestellt, von Schafen die ich bisher noch nicht aus Erfahrung kenne. Eins davon ist das Swaledale Schaf, davon sind 100g 2-ply fertig geworden.

3. Stricken

Im November

Neon Stinos und #novickel Stulpen sind fertig geworden. Ich liebe mein #novickel Beinstulpen 🙂 Außerdem hab ich meine Mathesocken angefangen. Das ist ein Paar River Rapids Socken aus handgefärbter Piratenwolle, an denen ich ausschließlich in meine Mathelernpausen stricke. Als Motivation. Zur Prüfung in 4 Wochen will ich sie anziehen.

Im Dezember

Ich wollte den Cross Pockets Cardigan fertig bekommen, hat aber nicht geklappt. Ich hab ihn genervt in die Ecke geworfen (ok, in eine Kiste gelegt und in eine Ecke gestellt, das aber ziemlich genervt). Der Rand unten rollt sich einfach ein, habe schon 3 Varianten probiert. Das wurde also nix, aber ist okay so. Irgendwann nehm ich ihn wieder in die Hand und bring’s zu Ende.

Dafür hab ich meine graue Merino-Kuscheljacke fertig gestrickt. Mit wunderhübschen Knopflöchern an der 2re-2li Blende. Ich habe die Löcher in die „Täler“ gemacht, die aus linken Maschen bestehen. Dazu hab ich die 1. linke Masche mit der rechten davor zusammengestrickt, dann 2 Umschläge und die 2. linke Masche mit der nächsten rechten zusammengestrickt. In der Rückreihe habe ich den doppelten Umschlag dann mit einer rechten und einer rechts verschränkten Masche abgestrickt. Die Löcher sind super geworden \o/

Hab noch den Authenticity angeschlagen und fertig gestrickt 🙂 Danke Kathi!

Außerdem 1 glitzernde Geschenkedings gestrickt, das ich hier noch nicht preisgebe und am Ende des Monats haben wir den #einhornpupskal angefangen. Dabei stricken wir alle mit Wolle von avitol von Hauptstadtfarbe. Ich mach einen zweiten Spark of Grey, weil das Muster soviel Spaß gemacht hat. Und es sieht aus dem Glitzereinhornpups mit schwarzer Kontrastwolle einfach super aus.

Pläne für das 1. Quartal 2017

Ein paar WIPs beenden, an denen nicht mehr viel fehlt und die schon länger rumliegen. Darunter der Cross Pockets Cardigan. Eigentlich sind es da nämlich nur noch die Ärmel.

Ich will mir 3 Paar Socken stricken, weil ich feststellte zu wenige zu haben, die ich jetzt im Winter auch in Schuhe anziehen kann. Eins davon hab ich als Silvestersocken schon angefangen (und die 1. Socke in 48 Stunden fertig bekommen, weil ich die ganze Zeit mit dem verängstigten Hund unter Decke rumsitzen musste und etwas zur Beruhigung brauchte).

Ich will mir genauer überlegen, welche Sachen ich so für meine Garderobe tatsächlich gut brauchen könnte und so etwas geplanter stricken. Statt immer nur so spontane Entscheidungen auf was ich grad Lust hab. Ich bräuchte mal noch ein Paar Fingerhandschuhe und Westen (ich schwärme ein bisschen davon, wie super Westen sind). Außerdem will ich „The Girl in me“ stricken, aus noch zu färbender gefachter Merino-Kashmir Wolle.

Es wird auch eine Neuauflage des Wickelknäuels geben, und zwar im März, das #mähwickel ^^ Anmeldung im Januar, Wickeln im Februar, Anstricken im März. Mitmachen können auch gerne Leute auf Twitter, die nicht im #qffk auf Ravelry sind.

4. Aus dem Spektrum

Ich erzähle ein bisschen darüber, wie wichtig Struktur, Routinen und Rituale für viele Autist_innen sind, um ein bisschen Orientierung und Sicherheit in einer chaotischen, überwältigenden Welt zu haben. Wie kann man Routinen sich sinnvoll einrichten und was passiert, wenn Routinen von außen unterbrochen werden? Letzteres ist für mich furchtbar, weil in der Regel dann der ganze Tag gelaufen ist und ich garnichts mehr schaffe.

5. Faserverzückter Jahresrückblick

Initiiert von Distelfliege vom Podcast „Die urbane Spinnstube“

(Hier nur ausschnittweise aufgeschrieben)

2016 – Dein Craftingjahr

  1. Highlights: Podcast angefangen, verschiedene #dingsalongs (z.B. KALs) und gemeinsam Werkeln
  2. Neues: 2 Socken gleichzeitig auf einer Rundnadel, Häkeln neu entdeckt (bisher nie für Kleidung oder Tücher in Betracht gezogen, obwohl ich es seit der Kindergartenzeit kann)
  3. Schlimmste Reinfälle: der Versuch als ich, also als behinderte, autistische, queere Person mit den damit verbundenen Bedürfnissen und Anliegen einen Platz in einer größeren deutschen Strickcommunity finden. Ende mit offenem und anonymem Gehate und der unschönen Konsequenz, dass ich da jetzt nicht mehr sein kann. Definitiv der größte Reinfall in Sachen Woll-Leben dieses Jahr, auch wenn nicht alle Leute scheiße waren. Aber dort aufhalten kann ich mich halt nach all dem auch nicht mehr.
  4. Lieblingsteile: das Bruinen Häkeltuch, Wuffs Hundepulli, handgesponnene Socken aus süddeutscher Merino und die #novickel Beinstulpen ❤

Events und Aktionen

  • Tour de Fleece – trotz katastrophalem Ende war das Spinnen schön, aber viel zu großes Team hat mich überfordert. Nächstes Jahr lieber in einer kleinen, überschaubaren Runde, wo man sich gegenseitig mitbekommt, ohne dass es zum Vollzeitjob wird
  • #novickel !!! ❤ – Darum gibt’s auch die Neuauflage #mähwickel im März
  • #herbstflauschkal – ein kleiner 2-er KAL, hat mir super gefallen und: ANFEUERUNG für Kathi weiterhin ❤
  • #einhornpus – Stricken mit wunderhübschen Einhornpupsen
  • Vor Ort Events hab ich nicht besucht, weil mich das vermutlich total überfordern würde, auch wenn die Vorstellung natürlich schon was hat.

6. Schlussworte

Alles wie immer, danke für’s Zuhören! Meldet euch gerne auf den bekannten Kanälen und ich wünsche euch eine gemütliche Winterzeit 🙂

Episode #5 – #dingsalong

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Inhalt

    1. Vermischtes
    2. Spinnen
      • cable yarn
      • Aktuelle Spinnprojekte
      • Yaks
    3. Stricken
      • Oktoberprojekte
      • #herbstflauschkal
      • Novemberpläne
    4. Aus dem Spektrum
      • Kompensation und Anpassung
    5. Special Interest
      • #dingsalongs
    6. Schlussworte
      • Sonderfolge verschoben
      • Erreichbarkeit

1. Vorgeplänkel

Ich bin nach langer Pause, in der ich nicht soviel Motivation und Lust aufs Podcasten hatte, wieder da. Es ist viel passiert, ich mach jetzt aber erstmal weiter und gucke, ob der Spaß zurück kommt. Freude am wolligen Hobby ist jedenfalls nach wie vor ungebrochen.

Ich liebe den Herbst und Stricken und Spinnen passen auch wunderbar in diese Jahreszeit. Außerdem war ich Ende September an der Ostsee, wir hatten unerwartet schönes Wetter. Das war einerseits toll, andererseits war das Meer dafür ziemlich langweilig.

2. Spinnen

Nachdem ich das Rad etwas vernachlässigt hatte, hab ich es jetzt mal wieder vorgekramt. Ich habe ein cable yarn (s.o.) aus dem Buch „The Spinner’s Book of Yarn Designs“ gesponnen. Das ist ein Garn, das entsteht, wenn man zwei mit Überdrall 2-fach verzwirnte Garne nochmal miteinander verzwirnt. Es war spannend, mir gefällt das Ergebnis. Es ist ein robustes Garn, das sicher viel aushält und auch für Socken gut geeignet ist. Meins wird wahrscheinlich zu Beinstulpen verstrickt.

Ansonsten spinne ich gerade:

Und mein 2. Strang Regenbogensockenwolle ist fertig.

Ich erzähle ein bisschen was über Fasern vom Yak. Yaks heißen wegen ihrer Ausdrucksweise 😉 auch Tibetische Grunzochsen. Ich hab mal ein Video für euch rausgesucht, wo man das hören kann. Die grunzen wirklich ^^ (Die Aufnahme ist nicht so gut, Achtung Windrauschen, aber man hört’s). Außerdem werden sie da gemolken.

Wie man dem Video entnehmen kann, leben Yaks vor allem in der Mongolei und auch in China, ziemlich hoch wo es sehr kalt ist und die Luft dünn. Dort wird auch die Wolle am meisten verarbeitet, bei uns ist das in der Textilindustrie noch nicht so verbreitet, aber kommt in der Stricker_innen und Spinner_innen Welt langsam an. Ich glaube, ich habe im Podcast vergessen zu erzählen, dass nur die weiche Unterwolle der Yaks ausgekämmt wird, während die groben Deckhaare nicht verwendet werden.

Yakwolle ist sehr fein und weich und warm und kurzstapelig. Das heißt, sie spinnt sich am besten im langen Auszug mit viel Drall. Geht am besten supported oder am Spinnrad mit schwachem Einzug. Für Anfänger_innen empfiehlt sich erstmal eine Mischung zu spinnen. Ich hab Yak-Seide Mischungen gesponnen, das ist etwas herausfordernd, weil die Seide so lang und glatt und das Yak so kurz und wuschelig ist. Aber das Ergebnis ist toll.

3. Stricken

Ich habe immer so Phasen, in denen ich viele neue Projekte anfange und dann wieder Zeiten, in denen ich diese Sachen nach und nach fertig stricke. Allerdings mag ich es nicht den Überblick zu verlieren. Also hab ich jetzt mal ausprobiert, mir für einen Monat 3 Sachen als Hauptprojekte vorzunehmen, an denen ich mit Priorität stricken will. Im Oktober waren das:

  • Cross Pockets Cardigan – da bin ich gut vorangekommen, Körper und Taschen fast fertig. Das Muster ist an der Stelle wo die Taschen am Ende mit dem Körper verbunden werden, etwas unverständlich leider.
  • Winterthaw Shawl – ein Langzeit-UFO aus handgespindeltem Yak-Seide Lacegarn, das endlich fertig geworden ist. Vielleicht wandert es auf meine Flohmarktseite. Es war soviel Arbeit, aber ich werde es wohl eher nicht so tragen.
  • Sockhead Hat – ein Geschenk, wurde auch fertig.

Außerdem habe ich an meinem #herbstflauschkal mit Kathi zusammen gestrickt und dabei ist mein Spark of Color nach dem Muster Spark of Grey von Melanie Berg fertig geworden 😀 Kathi arbeitet noch an ihrem. Anfeuerung! 😀

Für November habe ich mir wieder den Cross Pockets Cardigan vorgenommen, ich will so weit kommen wie möglich. Außerdem will ich ein schon recht weit gestricktes Sockenprojekt beenden. Und als 3. hab ich mir vorgenommen viel am #novickel unserem November Wickelknäuel im QueerFeministischen FaserKombinat zu stricken.

4. Aus dem Spektrum

Ich rede darüber, was Kompensation und Anpassung für mich als Autist_in bedeutet. Wieviel es kostet, sich unauffällig zu verhalten oder in Situationen zu begeben, die einen (reizmäßig oder sozial) eigentlich total überfordern, die man aber trotzdem aushalten muss oder will, weil man sonst nicht dabei sein könnte oder Schlimmeres. Weil diese Gesellschaft so behindertenfeindlich ist, dass erkennbar sein immer ein Risiko birgt. Für Gewalt, für nicht ernstgenommen werden,…  Ich gehe auch kurz darauf ein, dass die Fähigkeit für eine gewisse Zeit kompensieren zu können, darum auch Vorteile hat. Die massiven negativen Auswirkungen dauerhafter Überforderung, wie autistisches Burnout und Depressionen, sind für viele erwachsene Autist_innen ein großes Problem. Manchmal fällt es sogar schwer, die durch jahrelangen Anpassungsdruck erzeugten „Anpassungsautomatismen“ wieder loszuwerden.

5. Special Interest

#dingsalong – darüber erzähl ich was. Das ist eine Wortneuschöpfung, angelehnt an die in der Strickszene übliche Formulierung knitalong. Ich erzähle darüber, wie das in der Strickwelt so ist und dann auch allgemein davon, wie gut ich es finde solche Aktionen zu machen. Wo man von zu Hause aus, jede_r für sich und doch gemeinsam, an Projekten arbeitet und sich darüber austauscht. Aktuell ist z.B. gerade der #einpflegealong im qffk. Dabei geht es darum, den eigenen Wollstash auf den aktuellen Stand zu bringen und bei ravelry einzupflegen. Dabei Bilder und Fortschritte und Motivation teilen 🙂

Kathi und ich hatten unseren privaten #herbstflauschkal wo wir zusammen ein Tuch gestrickt haben. Als nächstes steht das #novickel auf der Liste, wo wir unsere November Wickelknäule zusammen verstricken und die Geschenke befreien 🙂

Es gibt aber auch #dingsalongs außerhalb der Strickwelt, nur dass sie da nicht so heißen. Ich erzähle kurz vom Twitter Buchclub, wo gemeinsam (bzw. alle für sich) gelesen (Queer, Diversity, Fandom, Nerd) und darüber getwittert wird. Und da ist unsere imzy community „messy bullet journals„, wo die eigenen Herangehensweisen ans Bulletjournaling vor allem zur Bewältigung des Lebenschaos geteilt werden.

Kennt ihr noch mehr solche Sachen und Aktionen oder fällt euch was ein, was sich auch gut so als gemeinsame Aktion eignen würde?

Für mich sind solche virtuellen Gruppenveranstaltungen ohne Zeitdruck total super. Zur Motivation und auch um in Kontakt zu kommen. Ich kann mich so gut wie garnicht in Gruppen vor Ort bewegen, daher ist sowas für mich sehr wertvoll.

6. Schlussworte

Die Sonderfolge zum Thema Behindertenfeindlichkeit/Ableismus ist nicht vergessen, nur verschoben. Ich brauche gerade eine Pause von persönlich belastenden Themen. Euren Input weiß ich aber nach wie vor zu schätzen!

Ihr erreicht mich auf verschiedenen Wege (siehe linke Spalte im Blog). Außerdem werde ich wohl einen Thread im qffk auf Ravelry eröffnen. Wer also in der Gruppe ist, kann mich auch dort erreichen.

Bis zum nächsten Mal wünsch ich euch einen November mit möglichst viel Licht und schönen Momenten o/

Episode #4 – Teilhabe

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Inhalt

    1. Vorgeplänkel
    2. Spinnen
      • TdF erfolfreich beendet
      • Aktuelles Spinnprojekt
      • Buchvorstellung
    3. Stricken und Häkeln
      • Fertig geworden
      • Works in Progress
      • Sockenfersen
    4. Aus dem Spektrum
      • Was ist ein Overload?
      • Wie kann 1 helfen?
    5. Special Interest
      • Petition zum Bundesteilhabegesetz
    6. Schlussworte
      • Aufruf: Input für Sonderfolge
      • Erreichbarkeit

1. Vorgeplänkel

Hallo zurück nach der langen Podcast-Pause und danke für die Geduld. Ich hab jetzt ein Mikrofon!

Ich musste mich erstmal von dem, was in der Podcasting auf Deutsch Gruppe auf Ravelry los war, erholen. Ich gehe darauf nicht ein, erzähle nur ein bisschen, dass ihr mir Mut gemacht habt weiter aufzunehmen (danke!) und was ich inzwischen so gemacht habe. Nämlich schöne Ausflüge in die Umgebung, Radtouren und ein Thermenbesuch. Ich bin jetzt nicht mehr in der Podcasting auf Deutsch Gruppe auf Ravelry erreichbar, dafür auf anderen bekannten Wegen (Mail, Blog-Kommentar, Twitter, Ravelry-PN).

2. Spinnen

Die Tour de Fleece im Juli hab ich erfolgreich und mit meinen Ergebnissen zufrieden abgeschlossen. Wieder mal viel geschafft, aber die Spinnprojekte stelle ich nicht einzeln vor. Danach war erstmal eine Spinnpause angesagt und jetzt habe ich wieder angefangen, und zwar mit einem Spindelprojekt (selbstgefärbtes Neuseelandlamm in Grüntönen) zum Mitnehmen auf meine Ausflüge.

Ich habe das Buch „The Spinner’s Book of Yarn Designs“ von Sarah Anderson zum Geburtstag bekommen und blättere es mit euch durch. Ich empfehle es definitiv weiter! Es ist wunderschön illustriert mit Fotos unterschiedlichster Garne und enthält von den Grundlagen (Fleece waschen, kardieren, unterschiedliche Singles spinnen) bis hin zu vielen verschiedenen Zwirntechniken, Artyarns, Bouclés,… insgesamt Techniken für 80 verschiedene Garne. Besonders gefallen mir gerade die Sockengarnexperimente. Dafür hat die Autorin Sockengarne in verschiedenen (Zwirn-)Techniken gesponnen (jeweils 2 gleichstarke aus einer Faser), daraus Socken gestrickt und sie dann getragen und gewaschen, bis sie erste Löcher bekamen. Ein Experiment in Sachen Haltbarkeit. Falls ihr ein Buch über Spinntechniken und Hintergründe sucht, kann ich The Spinner’s Book of Yarn Designs nur empfehlen. Ich werde sicher noch viel Spaß damit haben und alles mögliche ausprobieren, was außerhalb meiner bisherigen Komfortzone liegt 🙂

Ich hab mir außerdem ein paar Fasern für den kommenden Herbst und Winter gegönnt und dabei einen für mich neuen Shop ausprobiert. Diese Schätzchen kommen von Regenbogenwolle. Ich hab sie noch nicht in Ravelry eingepflegt, kommt aber noch und dann gibt’s da auch die Details dazu.

3. Stricken

Ich hab in meiner Spinnpause viel gestrickt. Fertig geworden sind 4 Sockenpaare und mein Camino Bubbles Tuch.

  • Meine Seefahrer Socken
  • Meine Pride-Söckchen: Sie enthalten die Rosa, Hellblau und Weiß, die Farben der (einer) Transgender Pride Flagge. Das Muster am Rand sieht ein bisschen aus wie eine liegende 8, das Symbol für Neurodiversität (was ich an der Stelle ein wenig erkläre).
  • Yoga-Socken aus einem handgesponnenen Garn aus allen möglichen Faserresten zur Motivation wieder mehr Yoga zu machen (bisher erfolglos). Die muss ich noch fotografieren und bei Ravelry einpflegen.
  • Some Cloudy Day Socks – mit einem BeinStulpenMuster gleichen Namens, auf das ich durch den The Charm of It (Video) Podcast stieß.
  • Finally mein Camino Bubbles Tuch. Ich erkläre kurz den Kitchener Stich Bindoff, den ich hier verwendet habe. Der funktioniert für alle Abschlüsse, die ein 1 rechts / 1 links Bündchenmuster am Schluss verwenden. Man verteilt die Maschen so nacheinander auf 2 Nadeln, dass alle rechten auf der einen, alle linken Maschen auf der anderen Nadeln liegen. Sie werden dann parallel gehalten und mit dem kitchener Stitch (Maschenstich) abgeschlossen. Das ergibt eine Kante, die der Anschlagkante sehr ähnlich sieht und sich auch von der Elastizität so verhält. Dehnbar, aber nicht so sehr, dass es ausleiert.

Meine aktuellen WIPs:

  • Cross Pockets Cardigan von Hinterm Stein
  • Graue Kuscheljacke – dafür hab ich jetzt Galaxieknöpfe! Stay tuned, Fotos folgen bei Gelegenheit.
  • 1 Paar Stinos und zwar 2 gleichzeitig auf einer 2,25mm Rundstricknadel mit Afterthought Heel (siehe unten). Das Neongrün knallt so schön 😀
  • 1 Paar Ringel-Socken aus bunten, teils knalligen Resten.
  • Ein asymmetrischer Poncho, das Muster hab ich für meine Mutter entworfen. Vielleicht schreibe ich es bei Gelegenheit (hahaha) mal auf und veröffentliche es. Immerhin steckt da schon etwas Arbeit und Mühe drin.
  • Häkeltuch Aranuir von Jasmin Räsänen, die auch das Bruinen Tuch aus meiner letzten Folge entworfen hat. Aranuir ist ein Charakter aus dem Herrn der Ringe und das Tuch macht Spaß. Es ist auch für ungebübte Häkler_innen machbar und hat nur 4 sich wiederholende Reihen, das kann man sich gut merken. Ich stricke es aus einer Baumwolle, die ich mir auf einem meiner Ausflüge gegönnt habe.
  • Barn Raising Quilt aus Kleinmengen selbstgesponnener Wolle und anderen Resten.

(Es fehlen grad noch viele Sachen auf Ravelry, daher teilweise keine Links)

Ich erzähle noch kurz was zu meiner Neuentdeckung für Sockenfersen: die nachträglich gestrickte Ferse oder auch Afterthought Heel. Besonders gut geeignet für musterndes Garn oder wenn man einen Mustersatz über die Socke ohne Unterbrechung weiterstricken möchte. Es wir an der Stelle der Ferse eine Reihe mit einem Hilfsfaden über eine halbe Runde gestrickt und dann ganz einfach mit dem Fuß oder dem Bein (je nachdem ob toe-up oder top-down) weitergemacht. Erst, wenn die restliche Socke fertig ist, werden auf beiden Seiten des Hilfsfadens die Maschen aufgenommen (es empfiehlt sich eine Kontrastfarbe zu verwenden), der Hilfsfaden entfernt und in Runden eine Ferse gearbeitet. Die kann man stricken wie eine Bandspitze, also an 2 Seiten regelmäßig Abnahmen arbeiten und am Ende dann die verbliebenen Machen mit dem Kitchener Stitch abschließen. Hier ist eine von vielen englischen Video-Anleitungen.

4. Aus dem Spektrum

Ich beantworte die Frage, was ein Overload ist, wie sich das für mich anfühlt, welche Folgen das haben kann und wie man Autist_innen unterstützen kann damit klarzukommen.

Zusammengefasst: Die meisten Autist_innen nehmen besonders viele Reize besonders intensiv wahr, ohne dass eine ausreichende Filterung im Gehirn stattfindet, die nur „relevante“ Sinneseindrücke ins Bewusstsein lässt. Das hat vielfältige Folgen. Manches ist wunderbar, wir bemerken Dinge und Schönheiten, die andere garnicht wahrnehmen. Es kann aber auch sehr leicht überfordern. Dann, wenn zu viele Reize gleichzeitig auf uns einstürmen und wir nicht mehr mit der Verarbeitung hinterher kommen. Das führt dann zu einem Overload, der sehr unangenehm ist und mit Orientierungslosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und einfach genereller Überforderung die Welt um sich herum einzuordnen und zu verstehen einhergehen kann. Menschen erleben Overloads unterschiedlich.

Folgen können zum Beispiel Meltdowns (Kontrollverlust mit aufgebrachtem, eher explosivem Verhalten, evtl. mit Autoaggressivität oder Aggressivität gegen andere Menschen bzw. Dinge, intensive Emotionen,…) oder Shutdowns („Einfrieren“, nicht mehr Handeln, sich bewegen, sprechen können) sein, wenn die überfordernde Situation nicht rechtzeitig verlassen wird. Autist_innen (aber auch andere Menschen) erleben Meltdowns und Shutdowns sehr unterschiedlich, es sind nur Worte, um die grundlegende Tendenz der Reaktionen zu beschreiben (eher explosiv oder eher still).

Bei einem Overload hilft es, die überfordernde Situation schnell zu verlassen und sich in einer reizarmen Umgebung zu erholen. Je früher man einen Overload bemerkt, desto besser ist das möglich. Manchen Autist_innen gelingt es, einen Meltdown oder Shutdown so lange hinauszuzögern, bis sie alleine oder in einer sicheren Umgebung sind. Aber das trifft nicht auf alle zu und auch nicht über unbegrenzte Zeit. Wenn ihr einer Person in einem Overload helfen wollt, ist es am besten, wenn bereits vorher darüber gesprochen wurde, was genau diese Person dann braucht, denn das ist sehr verschieden. Sich dann an diese Absprachen zu halten und ruhig zu reagieren, ist eine große Hilfe. Falls keine Absprachen möglich waren, im Zweifel der Person in eine ruhige Situation mit wenig Reizen (still, gedämpftes Licht, keine intensiven Gerüche, keine anderen Menschen etc) helfen, wo sie sich erholen kann. Manche Menschen wollen dann alleine sein, manche brauchen es, dass jemand bei ihnen bleibt. Falls Nachfragen nicht funktioniert, im Zweifel unauffällig aber ansprechbar im Hintergrund bleiben.

5. Special Interest

Rechte behinderter Menschen – ein großes Thema. Ich erzähle etwas über die Petition „Hilfe für Menschen mit Behinderung – Beschluss eines Bundesteilhabegesetzes unter Beachtung der Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention vom 01.08.2016

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge ein Bundesteilhabegesetz beschließen, welches die Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention beachtet. Insbesondere ist Menschen mit Behinderung ausdrücklich eine unabhängige Lebensführung zu garantieren (Art. 19 UN-BRK), sowie die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft, insbesondere am politischen und öffentlichen sowie kulturellen Leben (Art. 29 und 30 UN-BRK).

Details hinter dem Link oben. Es ist nur noch Zeit bis zum 12. September und ich weiß nicht, ob es gelingt bis dahin die nötigen 50.000 Mitzeichnungen zusammen zu bekommen. Auf der Website sind erst etwas mehr als 5500 eingegangen. Aber wenn wir es nicht versuchen, haben wir die letzte Chance etwas gegen das miese Bundesteilhabegesetzt zu unternehmen, vertan. Außerdem gibt es auch offline Unterschriftenlisten und es kann sein, dass hier noch eine Überraschung wartet.

Bitte nehmt euch ein paar Minuten für die Registrierung auf der Petitionsseite und zeichnet mit, wenn ihr die Petition unterstützt.

Ich wollte eigentlich noch etwas zu Barrieren erzählen, bin aber schon zu k.o dafür und vertage das Thema.

6. Schlussworte

Zum Schluss hab ich noch einen Aufruf an alle. Ich bereite eine Sonderfolge zum Thema Ableismus / Behindertenfeindlichkeit / Ableistische Sprache vor. Das ist ein sehr weites Thema mit vielfältigen Perspektiven. Daher sammle ich Input von verschiedenen Menschen mit verschiedenen Behinderungen und Diskriminierungserfahrungen und Blickwinkeln. Aber ich freu mich auch sehr über Fragen von Menschen, die sich damit noch nicht näher beschäftigt haben. Was würdet ihr gerne erfahren? Die Folge wird als Sonderfolge nur dieses Thema behandeln und kann dann hoffentlich auch als eine Art Einführung ins Thema dienen, auf die man verweisen kann.

Es gibt ein Pad zur Sammlung eurer Ideen. Das ist ein Dokument, in das ihr einfach direkt im Browser reinschreiben könnt. Soweit ich weiß, ist das Pad nicht so gut für Screenreader zugänglich, daher könnt ihr mir natürlich auch eine Mail schicken (faden@rigel.uberspace.de). Falls ihr gerne einen eigenen Audiobeitrag aufnehmen wollt, statt zu schreiben, ist das auch sehr willkommen 🙂

Meine nächste Folge wird es voraussichtlich Anfang Oktober geben, da ich im September viel unterwegs bin, zum Beispiel bei einem kleinen Urlaub an der Ostsee und in Berlin.

Vielen Dank für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal!

Episode #3 – Wolle, Wolle, Wolle

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Inhalt

    1. Vorgeplänkel
    2. Spinnen
      • TdF Trainingslager
      • Gesponnen & Gefärbt
      • Supportspindeln bauen
    3. Stricken und Häkeln
      • Eine Geschichte Häkeln
      • Fertig geworden
      • In Arbeit
      • Gefachtes Garn färben
    4. Aus dem Spektrum
      • Eure Fragen
      • Mythen & Legenden
    5. Schlussworte

1. Vorgeplänkel

Vielen Dank für alle eure Rückmeldungen, eure Frage und euer Interesse. Es kamen viele Fragen zum Thema Autismus, aber auch ein paar zu Wolligem. Ich beantworte sie in den passenden Rubriken. Ich lese alle eure Nachrichten, antworte aber nicht immer direkt oder schnell oder manchmal vielleicht garnicht. Das liegt daran, dass es für mich nicht so nebenbei und einfach ist, mal eben mit jemandem zu interagieren. Es kostet viel Energie und Konzentration und ich habe sozusagen nur ein begrenztes „Interaktionskontingent“. Das ist nicht persönlich gemeint, das ist einfach so bei mir. Ich habe mir eine Liste in meinem neuen Podcast-Buch angelegt, wo ich all eure Fragen und Themen sammle und dann beantworte ich immer mal einige davon direkt im Podcast. So haben gleich alle was davon 🙂

2. Spinnen

TdF Trainingslager

3. Wochenaufgabe: Rad reinigen, ölen und auf Tourtauglichkeit überprüfen und sich überlegen, wie / wann während der Tour Zeit für’s Spinnen sein wird und das einplanen

Hab ich erledigt, vor allem eine gründliche Reinigung hat meinem Rädchen sehr gut getan, jetzt erstrahlt es wieder in weiß, ohne überall verklebte Flusen und Fasern in allen Ritzen zu haben. Zeit für’s Spinnen möchte ich nicht konkret planen, sondern das immer so wie es passt in den Tag integrieren. Aber ich hab mir vorgenommen nicht stundenlang am Stück zu spinnen, sondern aus Rücksicht auf meinen nicht ganz fitten Körper in kürzeren Abschnitten über den Tag verteilt.

4. Wochenaufgabe: Lockerungsübungen raussuchen und Kurzzeitwecker besorgen

Das war leicht, Übungen hab ich unwissentlich ja schon letztes Mal rausgesucht. Als Kurzzeitwecker fungiert eine App, die ich eh schon hab. Allerdings find ich die Idee super und das werd ich machen. Also den Timer z.B. auf eine halbe Stunde stellen, spinnen und danach auch wirklich aufhören und was Anderes tun.

Yay, damit ist das Trainingslager erfolgreich beendet 🙂 Meine Pläne stehen.

Gesponnen

Ich hab doch ein bisschen was gefärbt, 300g lila-grau-blaues Neuseelandlamm. Davon hab ich direkt mal was angesponnen und auch gleich kettengezwirnt, damit das Rad wieder frei ist. Es sind 90g. Falls während der Tour noch Zeit sein sollte, spinne ich noch den Rest. Ansonsten habe ich ein bisschen an meinem grau-schwarzen Merino-Seide Projekt gespindelt und dabei besser auf meine Körperhaltung geachtet. Das war gut.

Schon letztes Jahr habe ich 3-fädige Sockenwolle aus süddeutscher Merino gesponnen und sie jetzt auch endlich gefärbt 😀

Supportspindeln selber bauen

Ich erzählte am Anfang, dass ich alle meine Spindeln selber baue. Kathi (@KathiKaffee) fragte, ob ich denn auch meine Supportspindeln selber mache. Ja, das mach ich und ich erzähle euch mal, wie.

Was sind Supportspindeln? Das sind Spindeln, die nicht in der Luft am gerade gesponnenen Faden hängen, sondern immer „Bodenhaftung“ auf einer Unterlage haben und darauf gedreht werden. Unterstützt also. So sieht das dann aus:

Da der Faden das Spindelgewicht nicht tragen muss, eignen sich Supportspindeln sehr gut, um fluffige, leichte Lacegarne zu spinnen. Die kommen mit weniger Drall aus, die Fasern sind weniger komprimiert und der Faden kann sehr dünn ausgesponnen werden. Mein erster Versuch auf Supportspindeln mit einer Merino-Tencel Mischung, die ich zu Rolags gedreht hatte, kam auf 800m/100g (2-fach gezwirnt). Und zwar ohne, dass ich mir besondere Mühe gegeben hätte dünn zu spinnen. Das passierte einfach von selbst.

Worauf kommt es bei Supportspindeln an? Sie brauchen eine gute Spitze unten, damit sie sich auf ihrer Unterlage schön leicht drehen. Der Schaft sollte eine angenehme Länge haben, da sind die Vorlieben verschieden. Ich mag kürzere Spindeln, mit denen ich in einem Schälchen spinne, das ich auf dem Schoß liegen habe. Meine Spindeln sind so bis 20 cm lang. Am oberen Ende brauchen sie eine schmal zulaufende Spitze, damit sie sich gut andrehen lassen und der Faden beim Spinnen gut drüber schnappen kann. Außerdem ist ein Gewicht nötig, also irgendeine Art Wirtel und dann ein geeignetes Schälchen.

Ich verwende als Schaft hauptsächlich 20cm lange Rundholzzuschnitte. Sie sind 5 oder 6 mm dick und oben sowie unten mit einem normalen Bleistiftspitzer angespitzt. Anschließen runde ich das mit Schleifpapier noch etwas ab, damit die untere Spitze stabiler wird und sorge evtl. dafür, dass am oberen Ende das Holz noch ein bisschen abgeflacht wird. Ich habe aber auch schon Haarnadeln zweckentfremdet und Stricknadeln (von einem 20cm Nadelspiel z.B.) eignen sich auch gut.

Als Wirtel habe ich verschiedene Sachen ausprobiert. Z.B. eine einfache Holzscheibe. Hauptsächlich spinne ich aber mit meinem modularen System, bestehend aus einer Holzperle (etwa 4cm Durchmesser), flache Scheiben aus Fimo mit einem Loch in der Mitte und meinen Rundhölzern. Das Loch in der Perle ist so mit einer Rundfeile bearbeitet, dass sie sich mit etwas Widerstand fest auf die Stäbe schieben lässt und dann gut sitzt. Das Gleiche gilt für die Fimoscheiben. Statt Fimo gehen auch Scheiben aus sehr fester dicker Pappe, evtl. auch 2 Lagen zusammen geklebt, damit es stabiler wird. Die Holzperle sorgt dafür, dass die Spindel schnell dreht, die Scheiben dafür, dass sie etwas länger und gleichmäßiger laufen und außerdem, dass der aufgewickelte Faden abgestützt wird. Ich stecke meine Perle, wenn die Spindel voll genug ist, einfach auf die nächste Spindel. Aber mehrere Perlen gehen natürlich auch.

Ich hab auch mal ein Experiment mit einem Wirtel aus einer Holzscheibe und einem zur Halbkugel geschliffenen Speckstein gemacht. Die ist aber ziemlich schwer und insgesamt nur noch ein Erinnerungsstück, weil da einige Fehler drin sind, die sie ungeeignet machen. Z.B. auch ein zu dicker Schaft. Außerdem hatte ich da einen Nagel mit einem runden Kopf als Spitze eingeklebt, aber das Geräusch von Metall auf der Schale finde ich schrecklich.

Meine Spindeln ähneln von der groben Form eher tibetischen Spindeln, als russischen. Letztere werden aus einem Stück Holz gefertigt, mit einem dickeren Körper und Spitzen an den Enden. Die könnte man theoretisch aus gut abgelagertem Holz schnitzen und irgendwann mach ich das mal, es wird aber sicher sehr viel Feinschliff erfordern, damit das rund läuft. Russische Spindeln werden wirklich am besten gedrechselt.

3. Stricken & Häkeln

Gestrickt und Gehäkelt

Angeregt durch Nina’s Häkelei Videopodcast, habe ich ein Häkeltuch angefangen. Es heißt Bruinen und ist von Jasmin Räsänen. Ich häkelte es aus handgesponnener grüner Wolle, die reichte jedoch nicht für ein größeres Tuch und das sollte es werden. Als Lätzchen gefiel es mir eher nicht so gut. Also fing ich erstmal an zu recherchieren.

Bruinen ist nicht etwa finnisch, sondern Sindarin (die Sprache der Elben aus dem Herrn der Ringe). Ich erzähle kurz was im ersten Teil des Herrn der Ringe passiert. Es kommt ein Fluss darin vor, der Bruinen heißt. Übersetzt ist das „Lautwasser“. Ich bekam Lust die Geschichte zu häkeln. Also suchte ich mir verschiedene handgesponnene Reste und ging so vor:

Der grüne Anfang steht für das Auenland, in dem Frodo mit den anderen Hobbits ein ziemlich behütetes Leben mit reichlich Essen führt. Gandalf der Graue erscheint (der graue Streifen im Tuch, aus weicher Merino) und damit nimmt die Geschichte ihren Anfang. Frodo muss, mit dem Ring, das Auenland verlassen. Schon kurz darauf begegnen ihm zum ersten Mal die Nazgûl, das sind diese „bösen“ Ringgeister, die ihn verfolgen. Schwarze, gruslige Reiter. Ich verwendete für den breiten Streifen ein sehr dunkles, rauhes Garn, das im Tuch sehr düster wirkt und so breit ist, weil sie eine große Rolle in der Geschichte spielen. Frodo wird von einem ihrer Schwerter verletzt und schwebt in Lebensgefahr. Seine Gefährten wollen ihn nach Bruchtal zu den Elben bringen, doch sie kommen zu langsam voran. Frodo wird dann von einem schnellen weißen Pferd (im Film von Arwen auf dem Pferd) Richtung Bruchtal gebracht und von den Ringgeistern verfolgt. Sie erreichen einen Fluss in den Bergen, den Bruinen. Die Szene im Film hatte ich bei der nächsten Sequenz vor Augen. Auf der einen Seite sind die schwarzen Reiter, dazwischen der Fluss und auf der anderen Seite Frodo auf dem weißen Pferd. Der Bruinen wird beschworen und spült die schwarzen Pferde davon, so dass Frodo in Sicherheit ist. Der blaue Streifen ist also der namensgebende Bruinen, der weiße mit silbernem Glitzer das Pferd. Nun ist der Weg frei nach Bruchtal, was durch die warm gelbe Abschlusskante repräsentiert wird. Dort ist Frodo in Sicherheit und wird geheilt.

Ich habe mit der 2. Reihe des Musters aufgehört und mir dann noch eine weitere Reihe als Schluss überlegt, die aus Luftmaschen, Stäbchen und kleinen Pikots besteht. Falls jemand Interesse daran hat, bitte melden, dann schreibe ich das auf.

Ich hatte viel Spaß an diesem Prozess und hab fast eine Woche lang intensiv nur an diesem Tuch gearbeitet. Es ist auch direkt vernäht und gespannt worden und liegt schön schwer auf den Schultern. Im Gegensatz zu Stricktüchern ist Gehäkeltes schwerer, verbraucht mehr Wolle und ist unflexibler. Obwohl ich schon ewig häkle, war das mein erstes Tuch. Ich mag das Muster sehr, da es eine schöne Abwechslung zwischen einfachen Stäbchenreihen zum Entspannen und wenigen Musterreihen, die es interessanter machen, bildet. Es ist meiner Ansicht nach gut für Leute geeignet, die Grundlagen wie Stäbchen, feste Machen und Luftmaschen beherrschen und sich mal an etwas Größeres wagen wollen.

Fertig geworden ist außerdem:

      • eine ewig in Arbeit befindliche, dicke gehäkelte Restedecke aus einfachen Stäbchenreihen mit Farbwechsel in jeder Reihe
      • Ein Hauch von Nichts Socken – damit sind alle angefangenen Sockenpaare endlich fertig!
      • Ein gehäkelter Untersetzer, weil ich das Klappern von Tassen/Gläsern auf Tischen verabscheue.
      • 3 Oberteile, deren Fäden ich endlich alle vernäht habe \o/

Neu angefangen hab ich:

      • Meine „Pride“-Socken aus Piratenwolle mit einem Zöpfchen (Regenbogenzopf), das ein bisschen wie ein Unendlichkeitszeichen aussieht.

Weiter gestrickt hab ich an:

      • Camino Bubbles
      • der grauen Kuscheljacke, da will ich bis zum Bündchen unten stricken und danach am Cross Pockets weitermachen
      • Wrapped Up in handspun

Gefachtes Garn färben

Ich hab eine Kone weißes gefachtes Garn in wunderbarer Merino-Kaschmir Qualität und wollte versuchen, ob sich das gut färben lässt oder im Chaos endet. Ich habe einen Test gefärbt und es hat sehr gut funktioniert. Den Strang wie üblich an 4 Stellen abgebunden, in den Kopf geschmissen, ausgewaschen, getrocknet, zum Knäuel gewickelt und probegestrickt. Ergebnis: mit ein bisschen Sorgfalt behandelt, klappt das Färben gut und es gibt ein wunderbar gleichmäßiges Strickbild. Ich werde also wohl mehr davon Färben, vielleicht für Tücher 🙂

Geplant

Ich will ja das Knit ’n Slide Tuch von West stricken, weil ich die Abschlusskante mit den kleinen Pantoffeltierchen so toll finde. Dafür habe ich mir Wolle gekauft. Eine handgefärbte Sockenwolle hatte ich schon, dazu hab ich mir gelbe Wolle und 2 Knäuel glitzerndes Häkelgarn gekauft und will es mit diesem Materialmix versuchen. Mag jemand das Tuch mit mir zusammen stricken?

4. Aus dem Spektrum

Eure Fragen & Rückmeldungen

Ich beantworte Kathrins Blogkommentar, wo es um das „Outing“ als Autist_in im beruflichen Kontext geht. Dabei erzähle ich von den vielen Problemen, die das verursachen kann und die Autist_innen in beruflichen Zusammenhängen haben und dass es sehr oft nötig ist, aus Selbstschutz nichts davon zu erzählen. Idealerweise wäre es kein Problem und alle Seiten würden davon profitieren besser zu verstehen. Die Realität sieht leider oft anders aus, auch wenn es sicher positive Erfahrungen und Beispiele gibt. Ich finde es wichtig, Menschen die sich ungewöhnlich verhalten auch zu respektieren und Rücksicht zu nehmen, wenn sie sich keinen Stempel aufdrücken und allen sagen, warum sie ein bisschen anders wirken. Wichtig ist doch, den individuellen Menschen kennenzulernen, so zu nehmen wie er_sie ist und im Zweifel einfach nachzufragen, wenn man etwas nicht versteht oder unsicher ist wie man sich verhalten soll. Ich stelle auch allgemein fest, dass eine Erwartungshaltung, dass ein anderer Mensch sich in irgendeiner Weise outet, damit man selbst vermeintlich besser mit ihr_ihm umgehen kann, nicht angebracht ist.

Fuenkchen fragte in der Ravelry Gruppe Podcasting auf Deutsch, wie Autismus eigentlich diagnositiziert wird. Ich beschränke mich auf Erwachsene. Ich erzähle ein bisschen von den Schwierigkeiten, die durch zu wenige gut informierte, qualifizierte Fachleute entstehen. Der Diagnoseprozess besteht aus verschiedenen Tests, Fragebögen und Interviews. Am Ende wird alles zusammengerechnet und wird geschaut, ob bestimmte Cut-Off-Werte erreicht werden und damit eine Autismus-Diagnose gestellt wird, oder nicht. Da es sich um ein Spektrum handelt, sind hier die Übergänge fließend und auch Menschen, die vielleicht gerade so nicht mehr genug „Punkte“ erreicht haben, um eine Diagnose zu erhalten, können trotzdem viele Dinge mit Autist_innen gemeinsam haben.

Mythen & Legenden

„Autist_innen haben Inselbegabungen!“

Nein. Also jedenfalls fast immer nein. Ich erkläre den Unterschied zwischen Spezialinteressen und Inselbegabungen, was zwei sehr verschiedene Dinge sind. Inselbegabungen kommen beim sogenannten Savant-Syndrom vor. Die Hälfte der Savants sind Autist_innen, die andere Hälfte sind keine Autist_innen. Das ist also nicht das Gleiche. Es gibt weltweit etwa 50-100 bekannte Savants. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie isolierte, extrem ungewöhnliche Fähigkeiten besitzen. Eng umrissene „Inselbegabungen“ deswegen, weil sie aus den anderen Fähigkeiten der Person deutlich herausragen.

Ein Beispiel ist der Schwarze Küstler und autistische Savant Stephen Wiltshire aus London. Seine Inselbegabung besteht darin, dass er realitätsgetreue Zeichnungen von allem anfertigen kann, was er einmal (auch nur kurz) gesehen hat. So zum Beispiel riesige Bilder von Städten mit allen Einzelheiten, nach einem kurzen Überflug mit dem Hubschrauber. Im Gegensatz dazu hat er auch (Spezial-)Interessen, die sich um Erdbeben und Autos drehen.

„Die meisten Autist_innen sind geistig behindert!“

Nein. Ich erkläre, dass die Betreffenden die Formulierung „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ dem „geistig behindert“ vorziehen und dass Intelligenz an sich kein einheitliches Konzept ist. Gängige Intelligenztests, mit denen Intelligenz als Zahl ausgedrückt wird, sind grundsätzlich problematisch und darüber hinaus insbesondere sehr oft nicht für Autist_innen geeignet. Die messen bei uns einfach nicht das, was sie messen sollen.

Abgesehen davon, wenn also doch irgendwie passende Werte ermittelt werden könn(t)en, ist davon auszugehen, dass es unter Autist_innen auch keine andere Intelligenzverteilung gibt, wie unter Nicht-Autist_innen. Aber hier gibt es keine belastbaren Zahlen, nur Hinweise. Autismus ist jedenfalls keine „geistige Behinderung“. Hier geht es mir auch nicht um eine Abgrenzung aus diskriminierenden Gründen, sondern nur um die Fakten. Ich finde das ganze Konzept schon ziemlich fragwürdig und teile Menschen weder ihrem Wert nach, noch in der Frage wie sehr jemand „ernstzunehmen“ ist, anhand von solchen willkürlichen Werten ein.

5. Schlussworte

Da ich schon sehr viel geredet hab, hebe ich mir weitere Mythen und Legenden für’s nächste Mal auf. Außerdem wird es wohl wieder etwas in der Rubrik Special Interest geben. Es könnte mit Wetter zu tun haben 😉

Vielen Dank für’s Zuhören und ich hoffe, ihr habt etwas Neues erfahren. Bis zum nächsten Mal!

Erreichen könnt ihr mir hier:

 

P.S. Schon wieder die gleichen Soundprobleme mit verschluckten Wörtern, trotz anderer Aufnahmeapp. Ich kapituliere -.- Falls jemand ein Mikro übrig hat, gerne melden!

Episode #2 – Buckelwale

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Inhalt

  1. Vorgeplänkel
    • Danke
    • Shownotes vs. Transkript
  2. Spinnen
    • TdF Trainingslager
    • Ergonomie, Ver- und Entspannung
  3. Stricken
    • In Arbeit
    • Stricken lernen
  4. Aus dem Spektrum
    • Sind Autist_innen behindert?
  5. Special Interest
    • Buckelwale
  6. Schlussworte
    • Aufnahmerhythmus

1. Vorgeplänkel

Vielen Dank an die Testhörer_innen, die sich meine 1. Episode vor der Veröffentlichung angehört haben.  Ihr habt mir Mut gemacht, das tatsächlich zu veröffentlichen und darum gibt es jetzt auch schon die 2. Episode. Danke auch für alle anderen Rückmeldungen auf Ravelry und Twitter! Ich freue mich, dass ihr mir gerne zuhört und dass die schriftliche Version für einige von euch hilfreich ist 😀

Ich entschied mich für eine Mischung aus vollständigem Transkript und knappen Shownotes. Für ein komplettes Transkript ist mir der Podcast zu lang, also gibt es den Inhalt strukturiert zusammengefasst, mit Links und Bildern garniert. Ich hoffe, das ist ein Mittelweg, der möglichst vielen Leuten entgegen kommt.

2. Spinnen

Tour de Fleece Trainingslager – 2. Woche

Die Aufgabe für die 2. Vorbereitungswoche auf die Tour de Fleece lautet:

Entscheide Dich für Dein(e) Spinnprojekte während der Tour de Fleece. Kaufe evtl. noch Fasern oder wasche/kardiere/färbe Rohwolle/Fasern (soweit noch nicht geschehen).
spinne eine Probe/Muster für Dein(e) Projekt(e)

Ich weiß schon, was ich spinnen möchte und hab es im Haus. Auf dem Foto seht ihr alles auf einem Blick.

Ich hab alles in einer Kiste zusammengestellt und schaue immer wieder vorfreudig drauf. Im Einzelnen habe ich vor diese Sachen zu spinnen:

Diese beiden je 100g dibadu-Kammzüge (Alpaka/Kamel/Merino/Seide und Merino/Bambus) als 2-ply, also 2-fädig. Angepeilt ist ungefähr eine Lauflänge von 400m. Hier mach ich keine Probe.

Diesen Haufen Rolags (ca. 120g), die ich kürzlich aus Resten gemacht habe.

Für Rolags werden Fasern mithilfe von Handkarden gemischt und zu Röllchen geformt, die man dann ausspinnt. Man kann damit besonders gut luftige und feine Garne im längeren Auszug spinnen. Ich habe 2 Proben gesponnen und verstrickt. Einmal 3-fädiges Garn und einmal 2-fädig verzwirnt. Hier sind die Ergebnisse.

Das angefangene Spindelprojekt oben rechts im Überblicksbild möchte ich weiterspinnen. Es wird ein Garn aus einem Faden Merino in anthrazit und einem Faden Maulbeerseide in schwarz. Hier hab ich mir nicht vorgenommen unbedingt fertig zu werden, sondern Hauptsache jeden Tag ein bisschen daran weiter zu spinnen.

Zum Schluss habe ich mir noch eine ältere Wolle ausgesucht. Es ist ein World of Wool Custom Blend, das ist der große hellbraune Zopf im Bild oben. WoW ist ein englischer Wollhändler, der anbietet Kammzüge nach Wunsch zu mischen. Meine Mischung besteht zu gleichen Teilen aus verschiedenen braunen Schafwollen (BFL, Corriedale, Finnische, Manx Loaghtan), ungebleichter Sojafaser und Tussahseide. Ich habe 250g davon schon vor über einem Jahr versponnen, jetzt möchte ich mehr davon machen. Dazu habe ich angefangen Proben zu spinnen. Es ist nicht so einfach, die gleiche Dicke hinzubekommen. Ziel ist eine Lauflänge von 250m/100g bei zweifädigem Garn (also dicker, als ich sonst spinne) und ich möchte mind. 250-300g davon während der Tour spinnen. Meine 1. Probe wurde zu dick, ich hab sie zu einem kleinen Ball (das Muster ist Oh Balls!) verstrickt. Den knete ich während der ganzen Aufnahme 😀

Ich überlege, ob ich doch noch was selbst färbe, bin aber unschlüssig, weil ich eigentlich schon genug hab.

Ergonomie, Ver- und Entspannung

Wenn man viele Stunden spinnt, machen sich einseitige Belastungen und Fehlhaltungen früher oder später bemerkbar. Ich hatte in letzter Zeit beim Spindelspinnen Probleme mit meiner Schulter. Ich erzähle von verschiedenen Körperhaltungen beim Spindelspinnen. Im Sitzen oder Stehen. Man kann die Wolle weit nach oben ausziehen, oder mehr zu Seite. Letzteres ist weniger ermüdend, weil man nicht über dem Kopf arbeitet. Nicht so lang über den Kopf hinaus auszuziehen, sondern öfter aufzuwickeln, ist auch eine Möglichkeit die Belastung zu reduzieren.

Ich hab Youtube nach Anleitungsvideos für Lockerungs-/Dehnungs-/Entspannungsvideos für den Schulter-Nacken-Bereich durchforstet. Hier eine kleine Auswahl von Anleitungen. Ich will während der TdF jeden Tag etwas für meine Schultern tun, vielleicht ist das ja auch was für euch.

3. Stricken

In Arbeit

Ich habe die gleichen Sachen, wie in der letzten Episode auf den Nadeln. Viel Zeit ist ja nicht vergangen. Vorangekommen bin ich vor allem bei der grauen Merino-Jacke. Außerdem habe ich meine Vernunft ignoriert und noch ein Projekt aus meinen handgesponnenen Resten angefangen.

Es wird eine Art Poncho-Schultertuch Hybrid. Orientiert an der Art wie ein Heidetuch gestrickt wird und inspiriert vom Muster Wrapped Up von Susanne Sommer. Am Ende erhoffe ich mir ein buntes KuscheltuchDings aus meinen handgesponnenen Resten zum Einmummeln und Wohlfühlen. Dabei auch praktisch für nächtliche Hunderunden oder während dem Stricken und Spinnen. Denn im Gegensatz zu einem Schultertuch baumeln keine losen Enden in der Gegend rum.

Hier mal die Liste aller Projekte, die ich gerade aktiv in Arbeit habe:

Das Knit ’n Slide Tuch von Stephen West will ich unbedingt bald stricken. Ich mag den Pantoffeltierchen-Rand sehr 😀

Die Fäden meiner fertigen Oberteile hab ich immernoch nicht vernäht. Ich nehm mir jetzt vor das zu machen, bevor ich die nächste Episode aufnehme. Also entweder hört ihr nie mehr was von mir, oder ich erledige das dann endlich bald 😉

Stricken lernen

Nicht alle meine Zuhörer_innen stricken. Manche würden es gerne lernen oder lernen es gerade. Es gibt ganz verschiedene Arten Stricken zu lernen. Kein Weg funktioniert für alle Menschen gleich gut. Wir haben verschiedene Voraussetzungen und Stärken und Arten zu lernen.

Ich hab mir Stricken selbst beigebracht und erzähle kurz, wie das so war. Socken sollten es sein. Das hab ich mir vor ungefähr 10 Jahren in den Kopf gesetzt und es mir dann nach und nach erarbeitet. Damals habe ich dann erstmal sehr viele Socken gestrickt. Mach ich jetzt immernoch, aber weniger und dafür kamen viele andere Sachen dazu. Am Anfang hab ich vor allem schriftliche Anleitungen verwendet. Ich schau mir für neue Techniken aber auch sehr gerne ein kurzes Video an. Dabei achte ich nicht so sehr auf das, was die Leute erzählen, sondern wichtig ist nur das bewegte Bild, von dem ich mir die Bewegungsabläufe abschaue.

Es gibt Autodidakt_innen, die gut mit schriftlichen / bebilderten Anleitungen klarkommen, andere schwören auf Anleitungsvideos. Es gibt aber auch Leute, die jemanden brauchen, der_die ihnen das in Ruhe zeigt und alles erklärt und direkt eingreifen kann, wenn etwas nicht klappt.

Ich empfehle auf jeden Fall, sich am Anfang schöne große Nadeln und eine tolle, dicke Wolle anzuschaffen, die sich gut anfühlt. Es macht sehr viel mehr Spaß, wenn man bei all der Anstrengung wenigstens mit der eigenen Lieblingsfarbe arbeiten kann und das Gefühl der Wolle in den Fingern schön ist.

Außerdem ist dickere Wolle erstmal einfacher zu verarbeiten und das ist wichtig. Feinheit, Gleichmäßigkeit und Geschwindigkeit spielen am Anfang überhaupt keine Rolle und sind eher hinderlich. Neue Bewegungsabläufe zu lernen, die soviel Koordination verlangen wie das Stricken, ist viel Arbeit für unser Gehirn. Es müssen sich neue Verknüpfungen und Strukturen bilden. Da ist es wichtig es sich nicht noch schwerer zu machen. Neue Bewegungsabläufe müssen sehr oft wiederholt werden. Am Anfang ist das ein bewusster Vorgang, der Konzentration braucht. Nach vielen Wiederholungen übernimmt aber dann unser Kleinhirn den Job. Das ist dafür zuständig Bewegungen zu automatisieren. Zum Beispiel das Laufen, Schwimmen oder Rollifahren. Da müssen wir ja meistens auch nicht mehr darüber nachdenken, wie genau wir unsere Muskeln dafür koordinieren müssen. Das passiert nach einer Weile auch beim Stricken.

Danach wird es immer einfacher und die anfängliche Arbeit zahlt sich aus. Stricken entfaltet dann eine entspannende und beruhigende Wirkung. Stricken kann glücklich(er) und zufrieden(er) machen. Das haben auch Studien gezeigt, die festgestellt haben, dass unser Gehirn beim Stricken in einen ähnlichen Zustand geraten kann, wie beim Meditieren. Die positiven Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden sind hier nachgewiesen.

Für mich als Autist_in ist Stricken einfach wunderbar geeignet. Ich liebe gleichmäßige, „stereotype“ Bewegungsabläufe, die sich immer wiederholen. Eine lange Reihe langweiliger, rechter Maschen? Perfekt!

Wenn ihr Stricken lernen wollt, lasst euch nicht entmutigen! Der Anfang ist hart und es ist okay das Strickzeug auch mal in die Ecke zu werfen und eine Pause zu machen. Pausen sind sogar genauso wichtig, wie das Üben selbst. Aber ich verspreche: es wird immer besser, je mehr Maschen ihr gestrickt habt und irgendwann überwiegen der Spaß und die positiven Effekte 😀

4. Aus dem Spektrum

Sind Autist_innen behindert?

Um diese Frage zu beantworten, muss man erstmal klären, was Behinderung eigentlich ist.

Es gibt das medizinische Modell von Behinderung, das in weiten Teilen der Gesellschaft noch das Bild bestimmt. Dabei gibt es eine „gesunde“ Norm, die alle möglichen Sachen umfasst, die ein Mensch können muss oder wie ein Mensch sein muss, um als „gesund“ zu gelten. Zum Beispiel sehen können, laufen können, mit Menschen reden können, bestimmte Arten von Beziehungen führen können oder sich auf eine bestimmte Weise verhalten können. Wenn eine Person diese Sachen nicht kann, gilt sie als behindert. Ob ein Mensch behindert ist, wird also daran festgemacht, ob er „normal“ funktioniert. Behindert heißt hier, „etwas stimmt nicht“ mit der Person. Der behinderte Mensch ist das Problem. Aus dieser Perspektive wäre z.B. eine nichtsprechende Autistin behindert, weil sie nicht spricht.

Im sozialen Modell von Behinderung spielt die Gesellschaft die wichtigste Rolle. Behinderung entsteht nicht, weil ein Mensch etwas nicht kann, sondern weil die Gesellschaft nicht auf alle Menschen in gleicher Weise eingeht und Barrieren schafft. Alle Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten und Bedürfnisse. Die Gesellschaft orientiert sich aber nur an einem Teil aller Menschen und deren Fähigkeiten, indem sie das als Standard festlegt. Zum Beispiel laufen und hören können. Die Mehrheit der Menschen gelten als nichtbehindert, weil die aktuellen Bedingungen, wie unser Zusammenleben organisiert ist, zu ihren Fähigkeiten passen. Bekämen alle Menschen die individuelle Unterstützung, die sie brauchen und fänden alle Menschen die Bedingungen vor, die sie brauchen, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, wäre niemand behindert. Das Problem ist also nicht der einzelne (behinderte) Mensch, sondern das Problem sind die gesellschaftlichen Bedingungen. Aus dieser Perspektive wäre die nichtsprechende Autistin behindert, weil unsere Gesellschaft aktuell nicht auf mehrere gleichberechtigte Arten der Kommunikation eingestellt ist, sondern Sprechen können zur vollständigen Teilhabe notwendig ist.

Verschiedene behinderte Menschen sehen ihre Behinderung unterschiedlich, daher kann ich keine allgemeingültige Antwort darauf geben, was Behinderung jetzt wirklich ist. Ich selbst finde das soziale Modell für mich sehr passend. Gesellschaftliche Strukturen sind meiner Ansicht nach der wichtigste Faktor, wenn es um Behinderung geht. Aber es gibt auch noch andere Dinge, die eine Rolle spielen können und die darin nicht so gut wiedergespiegelt werden.

Also sind Autist_innen jetzt behindert?

Auch hier gilt: das können einzelne Personen nur für sich selbst beantworten. Während die meisten sich einig sind, dass Autismus keine „Krankheit“ ist, sind die Einstellungen zum Begriff „Behinderung“ unterschiedlich. Ich kenne Autist_innen, die sich nicht als behindert ansehen, welche, die sich als be_hindert vor allem im Sinne des sozialen Modells ansehen und Autist_innen, die sich selbst für „eingeschränkt“ oder behindert, eher im Sinne des medizinischen Modells, halten.

Ich persönlich glaube, dass die meisten Autist_innen vor allem durch gesellschaftliche Gegebenheiten be_hindert werden. Einfach, weil unsere Art zu sein, zu kommunizieren, wahrzunehmen, zu leben, zu denken,… also auch unsere Bedürfnisse, in dem wie das gesellschaftliche Zusammenleben gestaltet ist, nicht berücksichtigt werden. Dadurch entstehen vielfältige Barrieren. Aber ich werde auch sehr stark durch meine Wahrnehmung behindert. An sonnigen Tagen kann ich das Haus, wenn überhaupt, dann nur mit dunkler Sonnenbrille und nicht zu lange verlassen. Für die Helligkeit der Sonne und meine Lichtempfindlichkeit kann die Gesellschaft nichts. Wohl aber dafür, dass darauf keine Rücksicht genommen wird.

Also ja, viele Autist_innen sind behindert, aber nicht alle.  Ein klares „Es kommt darauf an!“

5. Special Interest

Hier ist der Gesang von Buckelwalen zu hören. (Es ist ein Werbefilm für Tauchurlaub, aber das sieht man erst ganz am Ende.)

Buckelwale

Eines meiner langjährigen SIs während meiner Jugend waren Buckelwale. Ich habe mich ausgiebig mit ihnen beschäftigt. Ich las Bücher, sah Dokumentationen, hörte mir ihre Gesänge zum Einschlafen an. Das Wort Wal hab ich mal in 37 Sprachen gelernt.

Hier ist eine Dokumentation über Buckelwale. Sie begleitet ein Buckelwalbaby im ersten Lebensjahr und gibt dabei einen guten Überblick über diese Tiere und ihr Leben. Die Probleme durch den Menschen werden nicht außen vor gelassen.

Inhaltswarnung wegen Aufnahmen von: Waljagd (Minute 15), Haiangriff (Minute 19), Verletzung durch Treibnetze (Minute 29)

Doku: Buckelwale Wanderer der Weltmeere

Buckelwale gehören zur Familie der Bartenwale, d.h. sie haben keine Zähne im Oberkiefer, sondern lange Hornplatten, die Barten. Diese fungieren als Sieb, um die kleinen Futtertiere aus dem Wasser zu filtern. Sie werden 12 – 15 Meter lang und sind damit eher kleine Vertreter der Bartenwale, obwohl sie 25-30 Tonnen wiegen können.

Was ich an Buckelwalen besonders spannend finde:

  • Ihre Flipper (die Brustflossen) werden so lang wie ein Drittel ihres Körpers. Ein ähnliches Verhältnis wie die Arme beim Menschen. Sie können damit sehr geschickt manövrieren und wenn die Wale schwimmen, sehen sie ein bisschen aus wie Flügel.
  • Ihre Fluke (die Schwanzflosse) ist ebenfalls sehr groß und hat einen unregelmäßigen Rand. Daran kann man die Wale identifizieren wie einen Menschen anhand des Fingerabdrucks.
  • Sie haben eine der kompliziertesten Sprachen des Tierreichs und ein gutes Gedächtnis. Während der Paarungszeit singen sie komplexe Lieder, die eine bestimmte Struktur haben und aus verschiedenen Strophen bestehen. Sie merken sich verschiedene, bis zu 30 Minuten lange Lieder.
  • Sie sind eher Einzelgänger, finden sich aber auch immer wieder in kleineren (festen) Gruppen zusammen, um zusammen zu jagen oder sich fortzupflanzen. Obwohl es dabei manchmal etwas ruppiger zugeht, arbeiten sie bei der Jagd zusammen.
  • Sie haben eine eigene Kultur und bringen sich gegenseitig Sachen bei. Zum Beispiel neue, ausgeklügelte Jagdtechniken oder Spiele und sie kommunizieren auf vielfältige Weise, auch viel durch ihre Körpersprache. Sie singen eigentlich nur während der Paarungszeit.
  • Sie legen sehr lange Strecken zurück und die Routen finden sie nicht automatisch wie Zugvögel, sondern sie müssen sie als Jungtiere lernen und sich merken, damit sie wieder hin finden. Vom Polarmeer in die Tropen und zurück.
  • Walbabies nehmen ungefähr 50kg pro Tag zu, während das Muttertier bis zu 1/3 der Körpermasse verliert, um die fette Milch dafür zu produzieren. Hier hab ich mich versprochen. Stellt euch einen 24 Tonnen (nicht 12 Tonnen) schweren Wal vor, der 8 Tonnen verliert, um den Nachwuchs durchzufüttern.

Es gibt ein total schönes Buckelwal-Strickmuster auf Ravelry, das ich demnächst unbedingt stricken will! Es heißt Hazel the Humpback Whale. Die Anleitung ist kostenfrei und ausführlich schriftlich beschrieben. Das gibt ein Buckelwal Kuscheltier, groß genug um es in den Arm zu nehmen 😀

6. Schlussworte

Ich hoffe, ihr hattet Spaß und habt etwas Neues erfahren 🙂

In Sachen Aufnahmerhythmus: ich möchte es erstmal mit 14-tägigen Aufnahmen versuchen und gucken, wie das klappt.

Über eure Rückmeldungen, Fragen und Hinweise freu ich mich!

Hier könnt ihr mich erreichen

 

Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal!

 

Bildquelle für das Titelbild (Public Domain): https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Humpback_tail_Fallarones.jpg

 

P.S. Schon wieder hat die App Worte verschluckt, vor allem zum Ende hin. Dabei hab ich Maßnahmen ergriffen 😦 Ich mag sie eigentlich wegen der guten Aufnahmequalität. Aber dann werde ich für’s nächste Mal was Neues finden. Entschuldigt bitte diese Stolpersteine.

Episode #1 – hello world

Audio

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Podcast im mp3 Format (für Safari, IE, Chrome, evtl. Firefox)

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 Inhalt

  1. Vorgeplänkel
    • Vorstellung von Jules
    • Vorstellung des Podcasts
  2. Spinnen
    • Tour de Fleece
  3. Stricken
    • In Arbeit
    • Fertig gestrickt
  4. Aus dem Spektrum
    • Telefonieren
    • Was ist Autismus eigentlich?
  5. Special Interest
    • Vorstellung der Rubrik
    • Aufruf: erzählt von euren Interessen!
  6. Schlussworte

1. Vorgeplänkel

Willkommen zur 1. Episode meines neuen Podcasts! Ich bin sehr aufgeregt. Mir fällt Sprechen an sich oft nicht leicht und ich mache mitten im Satz Pausen, weil ich manchmal länger brauche meine Gedanken in Worte umzusetzen. Bitte wundert euch nicht, wenn es zwischendurch ruhig wird.

Vorstellung von Jules

Ich bin Jules, Anfang 30 und lebe im Süden Deutschlands. Ich bin Autist_in und ich bin behindert. Ich bin außerdem nonbinary trans. Das bedeutet, dass das Geschlecht, das mir bei der Geburt aufgedrückt wurde, nichts mit der Realität zu tun hat. Manche halten meine Stimme vielleicht für eine „Frauenstimme“, aber das stimmt nicht. Ich bin weder eine Frau, noch ein Mann, sondern nichtbinär. Das vereinfachte Konzept von Mann und Frau ist unzureichend, weil viele Menschen da nicht reinpassen. Am liebsten ist es mir, wenn auf Pronomen verzichtet wird. Wenn ihr über mich sprecht, dann redet einfach von „Jules“. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist er/ihn/ihm aber okay.

Ich stricke und spinne sehr viel und gerne, außerdem studiere ich und arbeite nebenbei ein bisschen von zu Hause aus.

Vorstellung des Podcasts

Im Podcast wird es viel um Wolle gehen. Vor allem um’s Stricken und Spinnen, ab und zu wird auch mal gefärbt, gehäkelt oder gewebt.

Außerdem gibt es die Rubrik „Aus dem Spektrum“, wo ich etwas darüber erzähle, was Autismus ist, wie es sich als Autist_in so lebt und was noch so damit zu tun hat. Ich hoffe damit einen kleinen Einblick in mein Leben geben zu können, zu informieren und nebenbei ein bisschen mit Vorurteilen und Legenden aufzuräumen.

Die Rubrik „Special Interest“ wird sich einerseits mit autistischen Spezialinteressen beschäftigen, andererseits mit Themen, die aktuell von speziellem Interesse für mich sind.

Der Podcast heißt Spektralfaden, weil Autismus ein Spektrum ist (mehr dazu in der Rubrik „Aus dem Spektrum“) und der Teil mit dem Faden kommt natürlich vom Thema „Wolle“. Mein Wollinteresse und mein Autismus beeinflussen sich gegenseitig.

Zielgruppe des Podcasts sind spinn- und strickbegeisterte oder -interessierte Menschen, Autist_innen und andere neurodivergente Menschen und alle, die mir gerne dabei zuhören wollen, wie ich über das rede, was mir wichtig ist.

In welchem Rhythmus ich aufnehmen werde, weiß ich noch nicht.

2. Spinnen

Ich spinne seit ungefähr 5 Jahren auf Spindeln (Kopfspindeln und manchmal supported) und seit 3 Jahren auf dem Spinnrad. Ich habe ein Bliss Rad und bin sehr zufrieden damit. Meine Spindeln und andere Helferlein baue ich meistens selbst und improvisiere viel.

Aktuell steht mein Spinner_innendasein ganz im Zeichen der Tour de Fleece (Abkürzung: TdF). Die TdF ist ein weltweites Spinnevent, bei dem Menschen parallel zur Tour de France in Teams spinnen. Organisiert wird das auf Ravelry, einer großen, internationalen Strick- und Spinncommunity. Dort gibt es die Gruppe Podcasting auf Deutsch, in der Podcaster_innen und Zuhörer_innen im Team Yeti bei der Tour de Fleece mitmachen. Ich bin auch dabei 😀 Momentan läuft das Trainingslager, eine Vorbereitung auf die Tour. Die aktuelle Wochenaufgabe war, alle Spindeln und Spulen zu leeren / fertig zu spinnen, um Platz zu schaffen für die TdF. Das ging bei mir ganz schnell, weil ich schon in den Wochen vorher angefangene Sachen beendet habe.

Jetzt hatte ich noch graue finnische Wolle auf der Spindel fertig zu spinnen. Da meine Schulter aber Probleme gemacht hat, habe ich sie auf dem Rad fertig gesponnen. Es hat gut geklappt den Drall und die Dicke so ähnlich wie auf der Spindel hinzukriegen. Ich mische sonst nicht so gerne Fäden von Spindeln und Rad. Die Wolle ist richtig schön geworden und viel weniger kratzig, als ich erwartet habe. Ich habe weniger Drall beim Zwirnen draufgetan.

Außerdem hab ich mir 2 Kammzüge von dibadu gegönnt. Ich wollte eigentlich selbst Wolle für die Tour färben, aber ich hatte soviel Stress in letzter Zeit, dass ich mir diese zwei fertigen Schönheiten gegönnt habe.

Einmal ein Merino – Bambus Kammzug in Türkis- und Grüntönen mit ein bisschen braun.

Und einmal einen Luxus Kammzug aus Babyalpaka, Kamel, Merino und Seide. Hauptsächlich in Brauntönen mit ein bisschen Grün und Blau.

Ich finde beide wunderschön und werde sie einzeln verspinnen, aber vielleicht zusammen verstricken. In einem Tuch oder so.

3. Stricken

In Arbeit

Ich stricke gerade 2 Jacken. Eine aus selbstgesponnener, südafrikanischer Merinowolle. Sie ist hellgrau und wird wunderbar kuschlig, obwohl ich sonst robustere Wolle für Jacken verwende. Das ist einfach haltbarer und ich mag es gerne.

Die zweite Jacke ist mein Cross Pockets Cardigan von Hinterm Stein und im Titelbild dieses Beitrags zu sehen. Das wird ein Geschenk für meine Mutter, die zu den Menschen gehört, die selbstgestrickte Sachen zu schätzen wissen. Ich verwende zum ersten Mal gefachtes Garn (das bedeutet, die Einzelfäden sind nicht verzwirnt und man strickt einfach mit mehreren dünnen Fäden gleichzeitig) und ich bin positiv überrascht. Es klappt super und ich spalte es auch nicht öfter, als verzwirntes Garn.

Ich stricke ein Camino Bubbles Tuch von Kieran Foley aus einer wunderschönen selbstgesponnenen Wolle in Grüntönen mit ein bisschen Glitzer. Es ist total einfach zu stricken (rechte, rechts verschränkte und linke Maschen, außerdem Umschläge), in gewissen Abständen werden Maschen fallen gelassen. Das Ergebnis ist echt raffiniert!

 

Jetzt muss ich nur noch ein weiteres Sockenpaar (Ein Hauch von Nichts) aus selbstgefärbter Wolle beenden, dann sind alle angefangenen Sockenpaare fertig. Ich habe mir vor ein paar Wochen handgefärbte Sockenwolle gegönnt und freu mich schon sehr drauf, sie anzuschlagen!

Ich hab mir vorgenommen jetzt erstmal viel zu stricken und Projekte zu beenden (und auch Fäden an fertig gestrickten Sachen endlich zu vernähen) und dann im Juli während der Tour de Fleece erst wieder mehr zu spinnen. Ich find’s stressig, wenn ich mehr als 3 oder 4 angefangene Projekte hab, darum will ich erstmal an meinen WIPs (WIP = work in progress = angefangenes Projekt an dem aktiv gearbeitet wird) weiter stricken.

Fertig gestrickt

4. Aus dem Spektrum

In dieser Rubrik geht es um Themen rund um Autismus. Dabei will ich keine Diagnosekriterien und medizinischen Begriffe runterleiern, weil ich das nicht für einen guten Zugang zum Thema halte. Stattdessen will ich versuchen zu erzählen, was Autist_innen so ausmacht. Dabei kann ich natürlich nie für alle Autist_innen sprechen, wir sind nämlich sehr verschieden und haben auch verschiedene Ansichten über (unseren) Autismus.

Ich erzähle, dass mir, wie vielen anderen Autist_innen, telefonieren sehr schwerfällt. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden z.B. um einen Arzttermin zu vereinbaren, wenn keine Mailadresse verfügbar ist (was leider noch viel zu oft so ist und auch für Gehörlose, Taube und für schwerhörige Menschen ein Problem darstellt). Dann schaffe ich das nur, wenn ich mir ein genaues Skript erstelle, in dem steht was ich sagen muss und welche Reaktionen kommen könnten und wie ich darauf reagieren muss. Manchmal brauche ich trotz Skript mehrere Wochen, bis ich es endlich schaffe anzurufen. Ohne Skript geht es garnicht.

Für den Podcast habe ich mir auch ein Skript gemacht, aber nicht ganz so detailliert. Ich vermute es ist einfacher in den leeren Raum reinzureden, wenn niemand antwortet oder mit mir interagieren will. (Stimmt ;))

Was ist Autismus eigentlich?

Autismus ist eine Variante der Gehirnentwicklung. Unsere Gehirne sind sozusagen ein bisschen anders verdrahtet und verarbeiten Informationen anders, als die von nichtautistischen Menschen. Man weiß das alles noch nicht ganz genau, es scheint jedoch sehr viele verschiedene (hauptsächlich genetische) Ursachen für das zu geben, was sich Autismus nennt.

Daher spricht man heutzutage auch von einem Autismus-Spektrum. Das bedeutet, dass es sozusagen ein mehrdimensionales Spektrum mit vielen verschiedenen Merkmalen gibt, die bei Autist_innen in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination vorhanden sind. Manche davon kennen auch Nichtautist_innen. Bei einem Spektrum gibt es keine klaren Grenzen, sondern fließende Übergänge in alle Richtungen. Menschen haben aber festgelegt, ab welcher Anzahl/Ausprägung von Merkmalen von Autismus gesprochen wird.

Ich erkläre ein paar typische Merkmale von Autist_innen, die aber nie alle in gleicher Weise auf alle zutreffen müssen:

  • Andere Wahrnehmung(sverarbeitung) als Nicht-Autist_innen, manche Sinne sind viel sensibler (z.B. häufig starke Geräuschempfindlichkeit) und manche weniger sensibel (z.B. Schmerzempfinden), ist aber sehr individuell verschieden!
  • Für Nicht-Autist_innen ungewohnte Arten zu kommunizieren (garnicht sprechen oder schreiben sondern Kommunikation durch Körpersprache und Verhalten, schriftliche Kommunikation, Gebärdensprache, etwa 3/4 bis 2/3 der Autist_innen können aber sprechen).
  • Andere Interpretation und anderes Verständnis sozialer Situationen als Nicht-Autist_innen, z.B. kein „zwischen den Zeilen lesen“ und sehr direkte, ehrliche Kommunikation, führt oft zu Missverständnissen oder Konflikten.
  • Großes Bedürfnis nach klaren, vorhersehbaren Abläufen, Ritualen und Stereotypien, notwendig um sich in einer chaotischen überfordernden Welt zu orientieren.
  • Sogenannte „Spezialinteressen„, Fähigkeit sich sehr intensiv in Themen einzuarbeiten und zu vertiefen, bringt große Freude, hilft beim Entspannen, evtl. großes Fachwissen, von Außenstehenden manchmal als „eingeengte Interessen“ negativ bezeichnet -> ich stimme nicht zu, obwohl es manchmal schwierig sein kann sich auf was Anderes zu konzentrieren sehe ich es vor allem als Stärke.

Ich selbst bin z.B. sehr geräuschempfindlich und verstehe manchmal unausgesprochene, mysteriöse Botschaften von Nicht-Autist_innen nicht, wenn sie etwas sagen aber das garnicht wörtlich meinen, sondern was Anderes ausdrücken wollen. Wenn ich nicht verstehe, was jemand möchte, kann ich auch nicht darauf eingehen und ignoriere es (weil ich es nicht mitbekomme). Das hat nichts damit zu tun, dass mir andere Menschen egal wären. Meine Kommunikation funktioniert nur anders.

Das war ein grober Überblick, diese Rubrik ist dafür da in Zukunft einzelne Themen genauer zu behandeln.

5. Special Interest

Diese Rubrik ist für folgende Inhalte vorgesehen:

  • Meine früheren oder aktuellen Spezialinteressen (übliche Abkürzung SI), neben Wolle und Autismus
  • Die (Spezial-)Interessen anderer Autist_innen.
  • Andere Themen, die gerade von speziellem Interesse für mich sind.

Ich erzähle, warum es mir wichtig ist einen Raum für vielfältige SIs zu schaffen. Viele Autist_innen (aber nicht alle!) haben ausgeprägte Interessen und erzählen liebend gerne darüber. Ich will außerdem die Vielfalt zeigen, weil die Klischees, dass Autist_innen alles Computer-Freaks seien usw. nicht zutreffend sind. Auf mich trifft das zufälliger Weise zu (Informatik, Primzahlen, Kryptographie und so), aber lange nicht auf alle und auch nicht auf die Mehrheit. Jedes Thema auf der Welt kann autistische Menschen sehr begeistern und interessieren.

Beispiele von SIs mir bekannter Autist_innen:

  • Geschichte
  • Star Trek
  • Liebesbriefe
  • Pferde
  • diverse Geisteswissenschaften
  • Fantasy
  • Psychologie
  • Sachen befühlen / Oberflächen
  • Filme
  • Sprache(n)
  • Neurowissenschaften
  • Serien
  • Comic-Zeichnen
  • Chemie
  • Tomaten
  • Züge und Flugzeuge
  • Religion

Ich freu mich sehr über alle, die sich melden und etwas über ihre Interessen erzählen wollen. Schriftlich (dann lese ich es vor), als Audio-Aufnahme oder vielleicht als Interview mit mir (natürlich im Vorfeld besprochen, damit ihr wisst, was auf euch zukommt). Ich lade ausdrücklich auch alle die ein, die sich im Autismus-Spektrum verorten auch ohne eine formale Diagnose zu haben. Ihr seid auch immer gemeint!

Kein eigenes Thema für diese Rubrik heute, weil ich ja schon soviel über SIs im Allgemeinen erzählt habe.

6. Schlussworte

Ich freue mich über Rückmeldungen darüber, wie verständlich mein Podcast für euch ist. Kommt ihr mit der Lautstärke klar? Ich spreche manchmal sehr leise und kann allgemein meine Lautstärke nicht gut kontrollieren. Außerdem verwende ich gerade nur eine Handy-App zum Aufnehmen. Mir ist meine eigene Stimme oft zu laut, weswegen ich leiser spreche und Menschen mich mehrfach bitten müssen lauter zu sprechen. Ich hoffe die Aufnahme ist verständlich. Wenn ich zu kompliziert rede oder zuviel voraussetze, sagt mir das bitte. Ich will, dass alle mich verstehen können und gebe mir dann Mühe es besser zu erklären!

Aber ich will keine Kritik an der Art wie ich spreche. Ich bin froh, dass ich überhaupt sprechen kann, was nicht immer der Fall ist. Also kein Blabla darüber, dass ich flüssiger oder schneller sprechen soll!

Ich sage, dass ich überlege ein Transkript (schriftliche Version) des Podcasts anzubieten. Für alle, die wegen Konzentration oder Wahrnehmungsverarbeitung oder Schwerhörigkeit/Gehörlosigkeit oder aus anderen Gründen mit dem Audio-Format (alleine) nicht klarkommen. Ich weiß aber noch nicht, wie ich das machen werde, auch weil der Podcast ja etwas länger ist.

Hier könnt ihr mich erreichen

  • per Kommentar hier im Blog
  • per Mail an faden@rigel.uberspace.de
  • auf twitter: @spektralfaden
  • auf ravelry: JulesEins

Danke für’s Zuhören und bis zum nächsten Mal!

P.S. Die Aufnahme-App hat ab und zu einzelne Worte verschluckt, ich lass das jetzt so, suche aber eine bessere Lösung für die Zukunft.